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Peter Weiss | Lavendelfeld
28. Juni bis 22. August 2008 Bisher kennt man Peter Weiss´ Arbeiten als eine Gegenüberstellung - dem Betrachter gegenüber und aber auch als Gegenüberstellung von Realität und Modell. Letzteres bleibt bestehen in seiner neuen Arbeit, Ersteres jedoch nicht. Noch immer minimalistisch in der Herangehensweise und Umsetzung wird jetzt jedoch der Rezipient ins Werk mit einbezogen. Über den Hof und durch den Hintereingang geleitet gelangen die Besucher von Peter Weiss` Installation "Lavendelfeld" erstmals in entgegen gesetzter Richtung in die Galerieräume und mitten hinein ins Geschehen. Seine sich immer weiterspinnende Neugierde für verschiedenste Materialien und deren variabelster Einsetzung zur Herstellung von Realitätsabbildern machte ihn auf ein handelsübliches Baunetz aus Polyethylen aufmerksam. Der lochgerasterte, lilafarbene Kunststoff faszinierte Peter Weiss der schlichten Schönheit des Materials wegen. Und vielleicht aufgrund seiner Leichtigkeit, Zartheit und ansprechenden Farbigkeit - Eigenschaften die man bei längerem Hinsehen, entkoppelt von der üblichen Baumarkt-Umgebung, durchaus wahrnimmt. Die in gleichmäßigen Bahnen längs durch die Räume stehenden, aneinander gereihten, rechtwinkligen Volumen aus besagtem, netzartigem Material erzeugen eine vibrierende, an der Oberfläche violett flimmernde Sphäre. Weich und beweglich anmutend und offen für den durchstreifenden Luftzug scheinen die Bahnen den wohltuenden, beruhigenden Duft des Lavendels zu verströmen. Peter Weiss´ Minimalisierung der Realität ist es, die bekannte Bilder wie gefiltert und durch einen Trichter gepresst erst auf die Essenz reduziert, um dann im nächsten Schritt dem "fast nichts" eine Stille, einen Raum und eine Weite zu geben, in denen wie von selbst neu wahrgenommene Bilder entstehen. |