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Manuel Cerda
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Enrique Marty
27. September - 8. November 2008 Wie die obersten Richter sollen die drei Figuren auf ihrem Sockel thronen, damit sie richten können, über den, der vor ihnen steht. So die Anweisung des Künstlers Enrique Marty (*1969), der "grasshoppers" zwar als einzelne Individuen schuf, sie in seiner Ausstellung nun aber als Installation zusammen mit einer vierten Skulptur sehen möchte. Drei kleine männliche Figuren in Kinderkleidern, mit Spielsachen in der Hand, rasierter Glatze und krausigem Barthaar sind nicht der Nachwuchs des Terroristenkindergartens, sondern das Hohe Gericht, das einer halbnackten Hure gegenübersteht: "Bitch slapped by God". Die Aquarelle seiner aktuellen Serien zeigen Selbstportraits auf öffentlichen Toiletten, Abbildungen von Menschen in einem Krankenhauszimmer, die sich selbst verstümmelt haben, Mystische Begebenheiten, die in ihrer Gewalt und Grausamkeit fragwürdig erscheinen. Das Video "Duel" entstand aus einer Serie von Bildern, in der die Eltern des Künstlers aufeinander schießen. Der Künstler bedient sich der Malerei und der Bildhauerei, des Fotografierens und des Filmens zur Kreation eigenartiger Szenarien mit kraftvollem Ausdruck, welche die Idealvorstellungen der Gesellschaft provozieren. Er fordert Freunde und Familie auf, sich an seinem künstlerischen Wirken zu beteiligen, indem sie die ihnen vorgegebenen Rollen spielen. Oft sind die dabei entstandenen Polaroids die Quelle für seine Aquarelle, Gemälde und Skulpturen. Enrique Martys bevorzugte Themen sind Tod, Religion, Liebe und Sex sowie die verborgenen Wünsche und intimen Bereiche der menschlichen Existenz innerhalb eines routinierten und standardisierten Alltags bis hin zur Grenzüberschreitung des "guten Geschmacks" durch die Darstellung von Elend, Perversion und Obsession. Ist der erste Eindruck eher abstoßend und widerwillig, so vermittelt seine Kunst umso mehr etwas Anziehendes, je mehr der Betrachter die dargestellte Welt auch als die seine erkennt. Und das alles wird brutal real aber wertfrei, ohne Urteil, dem Betrachter überlassen. |